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Peter Henn, geboren 1948 in Kinheim (Mosel), studierte an der Universität Köln Germanistik und an der Musikhochschule Köln die Fächer Violoncello (bei Siegfried Palm), Schulmusik (u.a. Tonsatz, Formenlehre und Musikgeschichte bei Hermann Schroeder), katholische Kirchenmusik (bei Bruno Dole und Wolfgang Stockmeier) und Chorleitung (bei Johannes Hömberg). Er unterrichtet am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Bonn die Fächer Musik und Deutsch und ist seit 1983 Dirigent des "Bonner Kammerchores - Collegium Cantorum". Zusammen mit seiner Schwester Lisa Henn (Viola) und Anne Schmutzler (Violine) spielte er am 24. März 1979 in Bernkastel-Kues die Uraufführung von Hermann Schroeders 3. Streichtrio.
Auf der CD "Hohelied-Motetten" interpretiert Peter Henn mit dem Bonner Kammerchor Schroeders Motetten "Steig herab in meinen Garten" und "Wie schön du bist" nach dem Hohelied Salomonis. Im Booklet schreibt er dazu:
"Während meines Studiums habe ich Hermann Schroeder als Lehrer für Tonsatz, Formenlehre und Musikgeschichte, als Leiter des Hochschul-Madrigalchores und als Komponisten kennen gelernt und erlebt. In eindrucksvoller Erinnerung bleibt mir, wie Schroeder aus der lebendigen Auseinandersetzung mit der Musikgeschichte Maßstäbe und Orientierung für musikwissenschaftliche Systematik, für interpretatorische Entscheidungen und für das eigene Komponieren entwickelt hat.
Schroeder war sich der Trennlinie zwischen funktionaler und autonomer Musik wohl bewusst. Die 1980, also vier Jahre vor seinem Tod, entstandenen Hohelied-Motetten I und II lassen sich eindeutig der letzteren zuordnen. Sie haben zu seinen liturgisch gebundenen Vokalkompositionen geringeren Bezug als zu den frühen lyrischen Zyklen nach Texten von Rilke, Mörike oder Meyer. Der Zusammenklang ist bei Schroeder meist das 'Resultat' des Kontrapunkts. Der transparente vierstimmige Satz und die lineare Stimmführung, für die Sekundgänge und Gegenbewegung bestimmend sind, zeigen einerseits die Orientierung an den Meistern der klassischen Vokalpolyphonie und dienen andererseits dem kantablen Charakter. Von klassischer Ausgewogenheit ist die Spannung zwischen Klang und Linie, Bewegung und Ruhe, Steigerung und Rückentwicklung. Formale Geschlossenheit gewinnen Schroeders Motetten aus dem stimmigen Gebrauch der freien Tonalität und aus den melodischen Spannungsbögen. Der Schluss der Motette II ('Früh gehen wir aus zum Weinberg, zu sehen ...') kann beispielhaft zeigen, wie eben mit diesen Mitteln eine großräumige Entwicklung von packender Intensität gelingt." |
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