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Sonate a-Moll für Klavier

Entstehung: 1946
Satzfolge: Präludium - Fuga - Aria - Capriccio
Verlag: Schott
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Einspielungen des Werkes

Cantabile 2008 Klaviersonate a-Moll, Klaviertrio op. 43, Klavierkonzert op. 35 (Tiny Wirtz u.a.)

 


Prof. Tiny Wirtz über die Klaviersonate a-Moll (Auszug aus "Meine Erinnerungen an Hermann Schroeder"):

"Die Sonate a-Moll könnte man auch als "Suite" bezeichnen, denn mit der klassischer Sonatenform hat sie nichts gemein. Sie orientiert sich vielmehr an der barocken Form der Sonate, was sich auch an der Bezeichnung der einzelnen Sätze (Präludium, Fuga, Aria, Capriccio) ablesen lässt.
Die Satztechnik, die Schroeder verwendet, ist polyphon, Akkord- und Figurenbildung sind in Quartharmonik konzipiert. Der Stil ist neobarock und typisch für den „zeitgenössischen“ Kompositionsstil jener Zeit. In eben diesem Stil haben damals auch Kurt Hessenberg, Ernst Pepping, Harald Genzmer und andere Altersgenossen Hermann Schroeders komponiert. Man wollte bewusst die Abkehr vom überbordenden Schwulst der Romantik. Eine zyklische Einheit der Sonate entsteht durch die Verwendung eines Sechzehntel-Motivs im Thema des 1. Satzes, das abgewandelt auch Keimzelle des Themas im Capriccio ist.
Der 1. Satz Präludium beginnt mit einem auftaktigen, rhythmisch markanten Thema aus 2 Sechzehnteln mit anschließender Synkope, die linke Hand begleitet mit einer pochenden Achtelbegleitung, gebildet aus dem leeren Quint-Oktav-Akkord a-e-a. Nur einmal unterbrechen ruhigere Spielfiguren (auf der Dominante in E stehend) die lebhaft-spielerische Entwicklung, die das rhythmische Hauptmotiv improvisatorisch fortspinnt und immer wieder durch wuchtige Akkordschläge neu belebt.
Der 2. Satz Fuge bildet mit ihrem sehr gesanglich-linearen Thema einen deutlichen Kontrast und verdichtet sich nach und nach zum spannungsreichen vierstimmigen Satz, der das Thema am Ende der Exposition in der Oberstimme in Oktaven intoniert. Nach einem kurzen, als zweistimmiger Kanon angelegten Zwischenspiel, bringt Schroeder das Thema in der Umkehrung und greift dann mehr und mehr zu virtuosen Spielfiguren und Arpeggien, um am Schluss in einem più mosso mit großer Steigerung in verdoppelten Notenwerten virtuos zu enden. Die Fuge ist also nur in der Exposition streng aufgebaut, dann aber frei gestaltet und als „Klavierfuge“ im besten Sinne angelegt.
Der 3. Satz Aria ist ein klanglich empfindsames, ausdrucksstarkes, im 1. Teil fast impressionistisch klingendes Stück, mit einem weiten Atem im Thema der linken Hand und einer großen emotionalen Steigerung im bewegten Mittelteil. In der kurzen Coda kehrt es wieder zur ruhigen, stimmungsvollen Bewegung des Anfangs zurück.
Der 4. Satz Capriccio ist der virtuoseste, spielfreudigste Satz, den man formal auch als Rondo bezeichnen könnte. Zunächst liegt das markante Thema in der linken Hand und wird von auf- und absteigenden Quart-Arpeggien der rechten Hand umspielt, dann erscheint es (im Piano) in der rechten Hand, von chromatischen Oktavschritten der linken Hand kontrapunktiert, die an das alte Prinzip des Basso continuo erinnern. In Art eines Fugatos oder barocken Concertos wird das Thema durch verschiedene Stimmen geführt, geht später ins Lyrische über und wird dann wieder durch die Motorik des Anfangs abgelöst. Bei diesem Prozess werden zahlreiche verwandte Tonarten gestreift. So wechseln im ganzen Satz ruhige Abschnitte mit rhythmisch lebhafteren ab. Den Abschluss bildet eine große dynamische Steigerung bis zum letzten a-Moll-Akkord." 



Kammermusik (Auswahl)
3. Klaviertrio op. 43